Die Palästinensische Kampagne für akademischen und kulturellen Boykott (PACBI) fordert Kulturschaffende und Kultureinrichtungen weltweit auf, nicht mit kulturellen Institutionen aus Israel zusammenzuarbeiten und Einladungen zur Teilnahme an Veranstaltungen in Israel abzulehnen. Israelische Kultureinrichtungen sind Teil des ideologischen und institutionellen Rahmens, der Palästinenser_innen fundamentale Rechte abspricht. Seit einigen Jahren setzt Israel Kulturschaffende und kulturelle Produktionen gezielt ein, um von seiner aggressiven Politik gegenüber den Palästinenser_innen abzulenken und die Illusion eines toleranten Landes zu vermitteln.

Der kulturelle Boykott inspiriert sich an den Erfahrungen der südafrikanischen Anti-Apartheid-Bewegung. Im Gegensatz zur damaligen Strategie lehnt PACBI den Boykott individueller Kulturschaffender auf der Grundlage ihrer ethnischen, religiösen oder nationalen Identität sowie jegliche Zensur ab und unterstreicht das Recht auf Meinungsfreiheit. 

In der Schweiz haben sich aus Anlass des Festival Culturescapes Israel im Jahr 2011 und des Filmfestivals Locarno 2015 mit seiner Carte Blanche für Israel zahlreiche Kulturschaffende und Intellektuelle dem kulturellen Boykott Israels angeschlossen. Ähnliche Stellungnahmen gab es auch aus Protest gegen die wiederholten militärischen Aggressionen Israels im Gazastreifen oder im Libanon.

Beiträge zum Thema

  • Boykotte der Buchmessen in Paris und Turin

    25.03.2008

    Die Stände von Algerien, Ägypten, Iran, Yemen, Saudi-Arabien, Tunesien, Marokko und dem Libanon blieben an der Buchmesse vom 13.-19. März in Paris leer. Sie folgten dem Boykottaufruf des palästinensischen und der ägyptische SchriftstellerInnenverbände sowie des panislamischen Verbandes für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (ISECO).

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  • Tariq Ali boykottiert Buchmesse in Italien

    16.02.2008

    Die Buchmesse in Turin (Italien) hat aus Anlass der 60. Jahrfeierlichkeiten für den 60. Geburtstag von Israel verschiedene israelische SchriftstellerInnen eingeladen. Tariq Ali kritisiert, dass sie nicht auch ebensoviele palästinensische SchriftstellerInnen eingeladen hat, sie zum selben Zeitpunkt an 60 Jahre ihrer Vertreibung aus Palästina (Nakba) gedenken.

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  • Deutsche AkademikerInnen verlangen neue Beziehungen zu Israel

    24.11.2006

    25 deutsche AkademikerInnen verlangen von Deutschland neue Beziehungen zu Israel. Sie wehren sich insbesondere dagegen, dass mit der Erinnerung an die Shoa die Menschenrechtsverletzungen durch Israel übergangen werden.

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  • Keine israelischen Gelder mehr für das Filmfestival in Locarno

    01.08.2006

    Aufgrund der militärischen Angriffe Israels auf den Libanon und Gazastreifens und Proteste von arabischen FilmmacherInnen haben die OrganisatorInnen des Locarner Filmfestivals auf Gelder des israelischen Aussenministeriums verzichtet.

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  • Boykott des Filmfestivals in Sderot, Israel

    25.05.2006

    Nach dem bereits palestinensische FilmacherInnen den Boykott des Cinema South Filmfestivals in Sderot in Israel beschlossen hatten, hat nun auch das englische Jurimitglied Professor Haim Bresheeth (Universität London) aus Solidariät mit den palästinensischenFilmemacherInnen sich von der Juri zurückgezogen.

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