Kartoffeln aus Israel: Nein Danke!

27.04.2013

Categories: Konsumboykott

Flugblatt von BDS Schweiz und der Gesellschaft Schweiz-Palästina, März 2013

Wie jedes Frühjahr sind schon wieder die neuen Kartoffeln in den Supermärkten. Der grösste Teil von ihnen wird aus Israel importiert. Diese Kartoffeln werden mit intensiver Bewässerung im Negev in Südisrael angebaut, auf Böden, von denen die meisten einheimischen Beduinen im Jahre 1948 nach der Staatsgründung Israels vertrieben wurden. Heute leben noch 120‘000 Beduinen im Negev, die aber von der Regierung systematisch ihres Landes beraubt und weitgehend von der Wasserversorgung ausgeschlossen werden. Ihre Dörfer werden angegriffen, ihre Häuser zerstört, ihre Ernten vernichtet.
 
Diskriminierung der Beduinen
Ende Januar 2013 verabschiedete die israelische Regierung den Prawer Plan, durch den eine Fläche von 800‘000 Dunum (rund 800 km2) beschlagnahmt wird. Die Beduinen verlieren nicht nur dieses restliche Land, sondern alle sogenannt nicht anerkannten Dörfer der Beduinen sollen zerstört und deren Bewohner umgesiedelt werden. Über die Verletzung der Menschenrechte der Beduinen, ihre brutale Enteignung und Vertreibung, wird in den Medien selten berichtet.

Blockade von Gaza
Das Gebiet des Negev grenzt an den Gazastreifen an, in dem auf 360 km2 1,5 Millionen Menschen zusammengepfercht leben. Zum grossen Teil sind sie Nachkommen der 1948 vertriebenen palästinensischen Bevölkerung. Nach den Kriegen Israels gegen Gaza von 2009/10 und im November letzten Jahres leidet die Zivilbevölkerung weiterhin unter der Blockade Israels, die unter anderem eine völlig ungenügende Wasserversorgung zur Folge hat. Über die zahlreichen Brüche des Waffenstillstands und Angriffe der israelischen Armee gegen die Zivilbevölkerung in Gaza informieren die Medien kaum.

Keine Neukartoffeln aus Israel importieren
Aus diesen Gründen laden die Gesellschaft Schweiz-Palästina und die Kampagne Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS) in der Schweiz die KonsumentInnen ein, beim Kauf von Frühkartoffeln genau auf die Ursprungsbezeichnung zu achten und auf den Kauf von Kartoffeln aus Israel zu verzichten.
Die Gesellschaft Schweiz-Palästina und BDS Schweiz fordern die Grossverteiler auf, keine Kartoffeln aus Israel zu importieren, solange Israel die Beduinen enteignet und diskriminiert, die Blockade von Gaza und die völkerrechtswidrige Besetzung fortsetzt.

Hier finden Sie Informationen zur Situation der Negev-Beduinen und zum Aufruf „Farming Injustice“ der palästinensischen Landwirtschaftsverbände:
Les Bédouins du Néguev: une minorité oubliée
www.dukium.org/eng
www.arabhra.org
Farming Injustice
www.nzz.ch/aktuell/international/wenn-olivenbaeume-einem-wald-weichen-muessen-1.17758211

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