Hiromi Uehara: Kein Auftritt in Tel Aviv!

26.10.2015

Categories: Kultur

Hiromi Uehara, eine japanische Jazzpianistin soll am 16. November in Tel Aviv auftreten. Gleichzeitig nehmen die Angriffe auf Palästinenser_innen stetig zu. Eine japanische Solidaritäts-Gruppe hat Hiromi in einer E-Mail aufgefordert, ihren Auftritt abzusagen.

Hier finden Sie die deutsche Übersetzung der Nachricht.

Hiromi Uehara wird auf ihrer Tournee am 28. Oktober auch in Zürich spielen.

 

23. Oktober 2015

Liebe Frau Hiromi Uehara

Bitte sagen Sie Ihren Auftritt in Tel Aviv, im Apartheidstaat ab.

Wir sind eine zivilgesellschaftliche Organisation, die sich mit israelischen Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen an der palästinensischen Bevölkerung befasst und lokal daran arbeitet, dass solche Ungerechtigkeiten beendet werden.

Die Gewalt durch die israelische Armee nimmt in letzter Zeit jeden Tag weiter zu: Mehr als 50 Palästinenser_innen wurden alleine im Oktober getötet. Wir sind zutiefst besorgt, dass Ihr Konzert in Israel dazu beiträgt, die israelische Propaganda, Israel sei der einzige demokratische, kulturell freie und normale Staat im ganzen Nahen Osten, zu stärken und die Apartheidpolitik des Staates zu verbergen.

Sie haben vielleicht den offenen Brief von Roger Waters an Bon Jovi gelesen. Er ruft ihn darin auf, sein Konzert in Israel abzusagen. Er sagt:

„Du stehst Schulter an Schulter,
Mit den Siedlern, die das Baby verbrannten,
Mit dem Bulldozer, der Rachel Corrie zerdrückte,
Mit dem Soldaten, der die Füsse das Fussballspielers zerschoss,
Mit dem Marinesoldaten, der die Jungen am Strand bombardierte,
Mit dem Scharfschützen, der den Jungen im grünen T-Shirt tötete,
Und mit jenem, der sein ganzes Magazin in den Körper des 13-jährigen Mädchens schoss,
Und mit der Ministerin, die zum Genozid aufrief.“

Und er fährt fort:

"Auf der Seite der Gerechtigkeit,
Mit dem Piloten, der sich weigerte Bomben auf das Flüchtlingslager abzuwerfen,
Mit dem Teenager, der acht Gefängnisstrafen dem Kriegsdienst vorzog,
Mit dem dem Gefangenen, der 266 Tage lang bis zu seiner Befreiung fastete,
Mit dem Arzt, dem verboten wurde Leben zu retten,
Mit dem Bauern, der auf dem Weg zur Mauer niedergemetzelt wurde,
Mit dem verstümmelten Kind, das in den Trümmern aufwächst,
Und mit den 550 anderen, die nie mehr aufwachsen werden,
Wegen all der Raketen und Granaten, die wir schickten.“

Roger endet mit den Worten: „Schweigend und unberührt daneben zu stehen, ist das grösste aller Verbrechen.“ Sie selber wohnen in den USA und erinnern sich bestimmt an die Worte von Martin Luther King Jr.: „Die grösste Tragödie ist nicht die Unterdrückung und die Grausamkeit der schlechten Leute sondern das Schweigen der guten darüber.“

Hier ist ein Link zum Brief von Roger. Sie können gerne von der Webseite auch zu den Artikeln über den Marinesoldaten, den Piloten und den Arzt, die im Brief erwähnt werden, springen.

Wir empfehlen Ihnen besonders, den Artikel über den Vorfall zu lesen, bei dem israelische Soldat_innen zwei Fussballspielern mehrmals in die Beine und Füsse schossen: Zwei Kugeln trafen Adam und zehn Jawhar. Denken Sie nicht auch, dass die Soldat_innen ihnen gezielt in die Beine und Füsse schossen, damit sie über den Verlust ihres Lebens als Fussballspieler trauern müssen.

Sehr geehrte Frau Hiromi Uehara, stellen Sie sich bitte vor, wie Ihnen in die Finger geschossen wird – nur wegen Ihrer Karriere als Pianistin. Denken Sie bitte an die Trauer der Palästinenser_innen. Und seien Sie bitte fest entschlossen, nicht in Israel aufzutreten, bis der Staat seine Politik der Apartheid beendet.

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