Bilanz Kultureller Boykott 2014

18.01.2015

Categories: Kultur

Januar 2014

Der norwegische Künstler Moddi sagt sein geplantes Konzert in Israel mutig ab und schreibt: "Ich habe mich entschieden meinen Auftritt in Tel Aviv am 1. Februar zu streichen. Dies ist ohne Zweifel die schwierigste Entscheidung die ich als Künstler je getroffen habe und die mich fast sosehr schmerzt, wie sie sich richtig anfühlt. Der Grund für meine Entscheidung ist die Situation in Israel und den Gebieten welche dieses kontrolliert. Obwohl Musik eine einmalige Arena für öffentliche Debatte sein kann, wurde die Debatte über diese Territorien schon seit langem missbraucht [1]."

Jasiri X erweitert die Botschaft des Boykotts Israels mit seinem Musikvideo Checkpoint, in welchem er rapped "Unterstützt BDS, gebt keinen Fünfer an den Checkpoint [2]."

Der französische Musiker Titi Robin zeigt eine erstaunliche Solidarität mit dem palästinensischen Volk, seine Absage seines geplanten Israel-Konzerts ist besonders bemerkenswert weil er in der Vergangenheit schon dort aufgetreten ist. Er hält fest "diese Reisen veranlassten mich schliesslich diese Entscheidung zu treffen, welche, nachdem ich das eine lange Zeit überdacht habe, mir als die ehrlichste erscheint in Bezug auf die Entwicklung der Situation [3]."

März 2014

Die People's Book Cooperative (PBC) in Milwaukee, WI, USA stimmte dafür, der BDS (Boykotte, Desinvestitionen, Sanktionen) Bewegung gegen Israel beizutreten. Den kulturellen Boykott unterstützend, wird die PBC nicht an irgendwelchen offiziellen israelischen Feiern oder Festivitäten teilnehmen und wird Angeboten in Israel aufzutreten oder zu sprechen ablehnen [5].

Die Gründer von Pink Floyd, Roger Waters und Nick Mason treffen sich in ihrer Unterstützung der BDS Bewegung und beide appellieren eindringlich an alle Musikbands die planen in Israel aufzutreten, dies nochmal zu überdenken. Sie weisen darauf hin, dass "Jetzt in Israel aufzutreten ist das moralische Äquivalent, in Sun City während dem Höhepunkt der Apartheid in Südafrika aufzutreten; völlig egal was Eure Absichten sind, jetzt die Grenzlinie zu überschreiten liefert Propaganda, welche die Israelische Regierung in ihren Versuchen nutzen wird, die Politik ihres ungerechten und rassistischen Regimes reinzuwaschen [6]." Waters ist bereits seit einigen Jahren ein Unterstützer und Fürsprecher für die BDS Bewegung.

"Heute in Israel aufzutreten, in dieser Zeit der ständig zunehmenden Solidarität mit den Palästinensern, ist eine riesige politische Aussage." Dieser Tweet der Associated Press weist darauf hin, wie gross BDS mittlerweile geworden ist.

"@Beyonce wird nicht nach Israel gehen für ein Konzert. Ihr Repräsentant teilt @APEntertainment mit, dass Berichte, wonach Bey in Tel Aviv auftreten werden falsch sind [7]."

Die Philosophin und Aktivistin Grace Lee Boggs und der Schauspieler und Aktivist Danny Glover prangern das Einschliessen des Films "American Revolutionary: the Evolution of Grace Lee Boggs" in einem von der Regierung gesponserten israelischen Filmfestival an. In einem starken Communique bekräftigen sie dass: "Wir stehen solidarisch zusammen mit dem palästinensischen Volk und unterstützen dessen Ruf nach einem kulturellen und akademischen Boykott Israels." Dies wurde an die Electronic Intifada geschickt und von zehn weiteren Personen mitunterzeichnet, die am mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm über die Arbeit und das Leben der 98-jährigen Frau Bloggs mitwirkten [8].

Die New Yorker Band The Shondes schreiben unterstützend und beipflichtend zum kulturellen Boykott: "Wir unterstützen die Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen Bewegung (BDS) weil sie Druck auf Israel ausübt, sich an internationales Recht zu halten; die illegale Besatzung zu beenden, den Flüchtlingen ihre Rechte auf Rückkehr zu garantieren sowie palästinensischen Bürgern Israels volle Rechte zu gewähren [9]."

Über 100 Künstler und Intellektuelle – darunter Judith Butler, Lucy Lippard, Chantal Mouffe, Walid Raad, Martha Rosler und Gayatri Spivak – stehen zum kulturellen Boykott indem sie einen offenen Brief unterzeichnen, der an involvierte Künstler appelliert, sich aus der "Living as Form" Wanderausstellung von Creative Time aufgrund der Tatsache zurückzuziehen, dass die Ausstellung im Moment in einer Institution "mit einer zentralen Rolle in der Aufrechterhaltung der ungerechten und illegalen Besatzung Palästinas" gezeigt wird. Das Schreiben entstand als Reaktion auf Enthüllungen, dass die Ausstellung über gesellschaftliche Praxis, die von Nato Thompson kuriert wurde, sechs Monate lang in Israel auf Tour gewesen war, inklusive eines Auftritts im "The Technion", einer Universität in Haifa mit weitreichender wissenschaftlicher- und Entwicklungszusammenarbeit mit der israelischen Militär- und Abwehrtechnologie-Industrie, ohne dass die partizipierenden Künstler davon Kenntnis hatten [10].

Juli 2014

Israel fängt einen brutalen Angriff auf die in Gaza wohnenden Menschen an, die von Israel illegal belagert werden. Die von Israel in irreführender Weise "Protective Edge" (Schützende Kante / Klinge) bezeichnete Operation tötet letztlich über 2'200 Menschen (davon über 510 Kinder).

Nachdem der US Rapper Talib Kweli von dem von Palästinensern angeführten Ruf nach Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen gegen Israel (BDS) hört, kündigt er auf Twitter an, dass er BDS respektiere. Kweli hätte an einem Mitte August geplanten internationalen Hip-Hop, Funk und Groove Festival in Israel auftreten sollen [11].

Nach Angaben israelischer Medien, unterstützen Pearl Jam stillschweigend den kulturellen Boykott. Der Sänger von Pearl Jam, Eddie Vedder verurteilte die israelischen Angriffe auf Palästinenser (allerdings ohne explizit Namen zu nennen) effektiv an einem Konzert: "Gottverdammt nochmal, ich schwöre bei Gott, da draussen gibt es Leute, die suchen einen Grund um zu töten. Sie suchen einen Grund um über Grenzen zu gehen und sich Land anzueignen dass ihnen nicht gehört. Sie sollen verflucht nochmal abhauen da und sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Wir wollen ihnen nicht unser Geld geben. Wir wollen ihnen nicht unsere Steuern geben damit sie Bomben auf Kinder abwerfen [12]." Ein Artikel in Hebräisch berichten über den Misserfolg Pearl Jam nach Israel zu bringen und schlussfolgert stillschweigend, dass der Grund für das Scheitern der Bemühungen der Boykott sei [13].

Eine riesige koordinierte Anstrengung wurde unternommen um Neil Young zu bitten, den von ihm geplanten Auftritt in Israel abzusagen. Roger Walters (Pink Floyd) gehört zu jenen, die Neil Young kontaktierten. Auf Facebook schrieb er öffentlich: "Woody Guthrie würde sich im Grab umdrehen. Neil Young! [14]" Es gibt Spekulationen, dass Young Israel erlaubt hat, die wahren Gründe für seine Absage abzuändern. Die Bühne und Sicherheitszäune für seinen Auftritt in Tel Aviv wurden nie aufgebaut, Ticketpreise wurden zurückvergütet und er gab nicht bekannt, dass er zu einem späteren Zeitpunkt auftreten würde.

Zahlreiche Band-Auftritte und Festivals werden abgesagt während die israelische Offensive weiterwütet und Israel macht in vorhersehbarer Weise die fragwürdige Behauptung, die Absagen seien aufgrund von Sicherheitsüberlegungen geschehen. BDS Aktivisten fahren fort, alle Künstler dringend zu bitten den Boykott zu respektieren. In der Zwischenzeit unterstützen viele Künstler die Palästinenser auf Twitter [15]. Waka Flocka Flame und French Montana sind zwei von zahlreichen Gruppen die Palästina unterstützend twittern.

Die Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu, Adolfo Peres Esquivel, Jody Williams, Mairead Maguire, Rigoberta Menchú und Betty Williams schliessen sich mit anderen namhaften Persönlichkeiten zusammen um ein Militär-Embargo gegen Israel zu unterstützen. Weitere Unterzeichner beinhalten Noam Chomsky, Roger Waters, die Dramenautorin Caryl Churchill, der US-Rapper Boots Riley, João Antonio Felicio, der Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) und Zwelinzima Vavi, der Generalsekretär des grössten südafrikanischen Gewerkschafts-Dachverbandes (COSATU). Eine solche Kooperation über ein weites Spektrum verschiedener Menschen ist bemerkenswert [16].

Das einflussreiche Ebony Magazin veröffentlicht "Warum Schwarze hinter Palästina stehen müssen", in welchem Parallelen zu Ungerechtigkeiten gezogen werden; "Ähnlich wie der Ruf der Palästinenser an Menschen mit einem Gewissen, Firmen zu boykottieren und aus diesen zu desinvestieren welche ihre Unterdrückung unterstützen, können wir Menschen weltweit dazu aufrufen, Druck auszuüben, um die "neue Jim Crow" Massen-Einkerkerung zu beenden [17]."

Die irische Sängerin Sinéad O'Connor sagt ihren Auftritt in Israel (der für September geplant war) ab, weigert sich vor dem Druck spielen zu müssen einzuknicken und versichert ihren Fans, dass sie sich des kulturellen Boykotts bis dahin noch nicht bewusst gewesen sei [18]. Während ihres Auftrittes im August in London zieht sich die Sängerin ein T-Shirt an, auf dem das Wort GAZA steht (siehe Foto).

Kulturschaffende schliessen sich 21'000 Menschen beim Unterzeichnen eines Briefes and David Cameron an, der militärische Sanktionen gegen Israel verlangt. Unter den Unterzeichnenden sind die Rock-Legende Peter Gabriel, Jemima Khan, Bobby Gillespie von Primal Scream, Robert Del Naja von Massive Attack, Brian Eno und Bryan Adams, die Schriftsteller Will Self, Hanif Kureishi, Ahdaf Soueif, Esther Freud, Laura Bailey und William Dalrymple und die Schauspieler David Morrissey, Maxine Peake und Alexei Sayle [19].

Der Musiker Brian Eno, ein ehemaliges Bandmitglied von Roxy Music nimmt eine aktive Rolle in der Presse ein, indem er konstatiert dass die britische Rundfunkanstalt, British Broadcasting Corporation (BBC): "... das Leben von Palästinensern als weniger wertvoll und weniger Nachrichten-würdig erachtet [20]."

Die mit Preisen ausgezeichnete Band von ehemaligen politischen Aktivisten, Massive Attack, nutzen ihre Titelseiten-Platzierung beim Longitude Festival in Dublin, Irland um ihre Solidarität mit den Palästinensern in Gaza zu unterstreichen. Eine ausgeleuchtete Botschaft hinter den Artisten las: "Gaza ist besetzt oder unter Restriktionen seit 1948 [21]."

Gegenüber Israels Verbrechen gegen die Menschlichkeit über blosse Empörung hinausgehend und verbal den Ruf nach BDS beantwortend haben sich Künstler im "Boykott Israels" zusammengefunden. Der Norweger Don Martin, Immortal Technique, El Tipo Este von Cuban duo Obsesion, der Pariser Rapper Tonto Noiza, und der aus Johannesburg stammende Tumi Molekane informieren Zuhörer über BDS in verschiedenen Sprachen [22].

Die Bestseller Autorin Ayelet Waldman der New York Times twittert Unterstützung für BDS und schreibt, obwohl sie Israelin sei und ihr Land liebe und zuvor gegen BDS eingestellt war, wäre sie bereit, BDS eine Chance zu geben [23].

Die grösste Zeitschrift die über die Unterhaltungsindustrie berichtet, The Hollywood Reporter, versucht die weitverbreitete Unterstützung bei Stars und Prominenten für Palästinenser zu erklären mit: "Why Young Hollywood is More Willing to Question Israel's Policies" (Warum das junge Hollywood williger ist, israelische Politik zu hinterfragen) [24]."

Die mehrfach ausgezeichnete Sängerin Selena Gomez twittert zu dem was sie #wearethenextgeneration (# wir sind die nächste Generation) nennt, diese Veränderung zu sein, es gehe um Menschlichkeit, betet für Gaza [25]. Ihre Kurznachricht bleibt auf Twitter.

Prominente Juden, Palästinenser und andere stehen für Palästina ein in einem starken Video mit Jonathan Demme (Academy Award), Gloria Steinem, Tony Kushner (Pulitzer Preis), Diana Buttu, Chuck D, Eve Ensler, Brian Eno, Roger Waters, Mira Nair (Academy Award), Wallace Shawn, Naomi Klein, Mira Nair, Raj Patel, Noura Erakat,  Alison Bechdel, Urvashi Vaid und viele weitere [26].

Der kulturelle Boykott Israels ist das zentrale Gesprächsthema in Spekulationen über die wahren Gründe, warum die Aufführung der israelischen Tanztruppe aus dem Programm der Edinburgh Festival Fringe Show entfernt wurde [27].

Magic Johnson war vorgesehen, während der Einweihungsfeier für ein neues Sportstadium für 5000 israelische Militärangehörige Basketball zu spielen. Es wurde berichtet, dass die Gemeinde Jerusalem überrascht gewesen sei als er sich weigerte an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die Zeitschrift The Hollywood Reporter stellt wieder Unterstützung für die Palästinenser fest, als die Oskar-Gewinner Penelope Cruz, Javier Bardem and Pedro Almodovar Israels Völkermord in einem offenen Brief verurteilen. Weitere die den Brief unterzeichneten sind unter anderem die Regisseure Montxo Armendariz und Benito Zambrano, neben den SchauspielerInnen Lola Herrera, Eduardo Noriega und Rosa Maria Sarda, sowie neben weiteren, die Musiker Amaral and Nacho Campillo [28]. Ihre Unterstützung macht in vielen grossen spanischen Publikationen, wie etwa im Eldiario.es Schlagzeilen.

Das Video  “La Palestine pleure de SANG” (Palästina weint Blut), indem Bilder von Gaza zu mitreissender Musik gezeigt werden, wird von SLM, einem populären französischen Rap-Duo veröffentlicht [29a].

Yaakov Shwekey, der bekannt dafür ist, bis anhin für das israelische Militär zu spielen, sagt sein geplantes Konzert in Israel ab [29aa].

Robert Del Naja und Grant Marshall von Massive Attack besuchen das Bourj el-Barajneh Flüchtlingslager in Libanon und sprechen von "ihrer Liebe und Verpflichtung, angesichts der Notlage, die jungen palästinensischen Flüchtlingen zu unterstützen. Del Naja hält fest: "Es ist wichtig, den Palästinensern die seit 1948 in Libanon wohnen Aufmerksamkeit zukommen zu lassen: All die jungen Leute die ich getroffen habe, die nicht in Syrien geboren wurden, wurden in Libanon geboren und sie alle warten darauf nach Hause zu gehen [29b]."

Die amerikanische Veteranen-Band Arkansas steigen aus einem geplanten Auftritt in Israel aus, es gibt keine sicheren Pläne für einen neuen Termin und die Ticketpreise werden vollumfänglich zurückerstattet [29bb].

Der Golden Globe und Academy Award Gewinner Asghar Farhadi setzt sich mit Nasrin Sotoudeh zusammen um eine mit "Stop Killing" (Hört auf zu töten) betitelte Kampagne zu schaffen um das Massaker in Gaza anzusprechen. Farhadi wird vom Time Magazine (2012) als eine der 100 einflussreichsten Personen der Welt erachtet [30].

August 2014

Die Bittschrift der irischen Artisten, den kulturellen Boykott Israels zu unterstützen erreicht 500 Unterschriften, ein signifikanter Meilenstein für ein so kleines Land, und enthält kreative und auftretende Künstler die überall auf der Insel von Irland leben. Über 200 Künstler unterschreiben aufgrund des mörderischen Angriffs von Israel auf Gaza [31].

 Die Musikerin Anoushka Shankar, Tochter des anerkannten  Ravi Shankar, spricht sich über Israels Angriff auf Gaza aus: "Ich kann nicht schweigen. Es ist Völkermord [32]." Shankar's Erklärung ist beachtenswert, indem sie vorgängig den kulturellen Boykott umging und in Israel aufgetreten ist. Ihr Wahl, jetzt eine Künstlerin mit einem Gewissen zu werden ist lobenswert.

In einem enormen Sieg für BDS weigert sich das Tricycle Theater, israelisches Sponsoring zitierend, das UK Jewish Film Festival (jüdisches Filmfestival Grossbritanniens) zu veranstalten [32a]. In einer riesigen Kehrtwendung gibt der anerkannte irische Filmregisseur Lenny Abrahamson (ehemaliger Unterstützer Israels und ein Verteidiger des israelischen Angriffs auf Libanon) öffentlich bekannt: "Als Filmemacher mit einem jüdischen Hintergrund unterstütze ich die Haltung des Tricycle Theaters vollumfänglich [32aa]."

Oft auf Messers Schneide zur einen oder anderen Seite hin stehend, macht Russel Brand eine argumentative Verbeugung vor BDS indem er grosse Firmen aufruft, Finanzierungen aus israelischen Konzernen welche die Unterdrückung der Menschen in Gaza erleichtern abzuziehen [33]. Die Beliebtheit seines Videos geht durch die Decke.

Im August fahren viele weitere Musiker fort, ihre geplanten Auftritte in Israel abzusagen während die Schäden in Gaza nach und nach öffentlich bekannt werden.

Die südkoreanischen Regisseure Park Chan-wook (Oldboy, Stoker, Joint Security Area) und Ryoo Seung-wan (The Berlin File, The Unjust) waren unter den ersten 100 öffentlichen Figuren, neben Akademikern, Rechtsexperten und religiösen Führern, die eine Petition unterzeichneten und der israelischen Botschaft in Seoul überreichten. Die Petition spricht die Handlungen Israels in Gaza als ein "ziviles Massaker" an und verlangt von Israel "sofort damit aufzuhören". An anderer Stelle in der Petition werden die Handlungen Israels als "Kriegsverbrechen" bezeichnet. Die Regierungen von Südkorea, Europa und der USA werden dazu aufgefordert einzuhalten, was auf militärische Sanktionen gegen Israel hinausläuft [34].

In Anbetracht der Absage von Lana Del Rey in Israel aufzutreten schreibt Wondering Sound: "Es ist eine traurige Fügung des Schicksals, dass Del Reys neues Album den Titel Ultraviolence (Ultragewalt) trägt, was ihre Absage umso mehr in tragischer Weise angebracht macht [35]." Wenn Musiker Auftritte in Israel neu ansetzen, handeln sie unterstützend für den israelischen Staat, ob so gewollt oder nicht.

Der Jazz Trompeter Terence Blanchard und der Saxophonist Marcus Strickland ziehen sich aus dem Red Sea Jazz Festival, ein von der israelischen Regierung gesponsertem Event zurück.

Eine Gruppe öffentlich bekannte politische Persönlichkeiten, hauptsächlich von Zentralamerika, Südamerika und der Karibik – darunter auch der bolivianische Präsident Evo Morales, der US-Autor Alice Walker, der abgesetzten honduranische Präsident Manuel Zelaya (der mit seinem gebräuchlichen Namen “Mel Zelaya” unterschreibt), der ehemalige kubanische Präsident Fidel Castro, der kubanische Musiker Silvio Rodrígiuez, der uruguayische Autor Eduardo Galeano und weitere – unterschreiben eine aussagekräftige Stellungnahme in Solidarität mit den Palästinensern und in Unterstützung von BDS [36].

Zahlreiche norwegische Schauspieler unterschreiben eine pointierte Stellungnahme, welche der BDS-Bewegung beipflichtet und die darauf besteht, dass das Norwegian National Theatre (norwegisches Nationaltheater) nicht dazu verwendet werden soll, die illegalen israelischen Taten zu normalisieren. Die Schauspieler Siri Austeen, Camilla Eeg-Tverbakk, Chris Erichsen, Trine Falch und duzende weitere mehr haben unterschrieben [37].

Den ganzen August hindurch twittern weitere berühmte Persönlichkeiten in Unterstützung zu Palästina und hinterfragen die Taten Israels, darunter Mia Farrow, John Legend und der Fussballspieler Joey Barton.

G4S ist die britisch-dänische Firma die Sicherheitsdienste für militärische Checkpoints, Gefängnisse und Verhörzentren in Israel zur Verfügung stellt. Als der legendäre Musiker Pete Wylie herausfand, dass die Stadt Liverpool für Dienstleistungen von G4S bezahlt hatte, sagte er; "Ich kann einen Gemeinderat nicht billigen oder mit diesem zusammenarbeiten, der nach eigenem Ermessen handelt um sich mit G4S einzulassen." und sagte seinen Auftritt am internationalen Musik Festival der Stadt in Unterstützung von BDS ab [38].

Wylies Schritt schliesst sich einer breiten Kampagne von lokalen Palästinensern und Solidaritätsgruppen an, welche Schriftsteller, Schauspieler, Musiker und andere Künstler aus Liverpool veranlasste, einen offenen Brief an den städtischen Gemeinderat zu unterschreiben, der dessen Verträge und Abkommen mit G4S kritisierte. Unterzeichner des Briefes – welcher Bezug auf "das entsetzliche Elend und Blutbad in Palästina" nimmt – waren unter anderem Autoren wie Frank Cottrell Boyce, Alan Gibbons und Jimmy McGovern, sowie Schauspieler und Komödiant  Alexei Sayle neben mehreren Dutzend weiteren Künstlern [38].

Der renommierte Komödiant Bill Bailey gab seine Stimme einem starken Video das medizinische Unterstützung für Gaza verlangt [39].

Die Middle East Caucus (MEC) der Society for Cinema and Media Studies (SCMS) (eine Vereinigung von Filmschaffenden) schreiben einen offenen Brief der BDS beipflichtet [40].

Bryan Adams, der Grammy Award und Oskar gewinnende Musiker nutzt Twitter, "... und die israelische Blockade von #Gaza hat gerade ihr 8'tes Jahr begonnen, was 1.7 Millionen Ortsbewohner hilflos belässt [41]."

Die renommierte algerische Sängerin Souad Massi erklärt mit Überzeugung, warum sie den kulturellen Boykott Israels aufrechterhält, obwohl sie "immer wieder" Offerten für Auftritte dort bekäme [42]."

Der anerkannte Filmregisseur Ken Loach sprach an der Katrin Cartlidge Foundation Award Ceremony (Sarajevo film festival), wo er die palästinensischen Regisseure Abdel Salam Shehadeh und Ashraf Mashharawi würdigte und zu einem "absoluten Boykott sämtlicher kultureller Ereignisse die vom israelischen Staat unterstütz werden" aufrief. Bezüglich des Boykotts fügte er an "Israel muss ein geächteter Staat werden [43]."

Das 20'igste jährliche Filmfestival in Bristol, England verweigert öffentlich Finanzierung durch die israelische Botschaft um einen "neutralen politischen Status" aufrechtzuerhalten [44].

"Die Unterdrückung eines einzelnen geht uns alle etwas an" sagt die Mehrheit der Künstler und Beteiligten der 31'sten São Paulo Bienal Kunst Ausstellung, welche sich weigerte, die Normalisierung der fortwährenden Besatzung des palästinensischen Volkes durch Israel zu unterstützen; "Wir glauben, die staatliche israelische Kulturfinanzierung trägt direkt zur Aufrechterhaltung, Verteidigung und zur Reinwaschung ihrer Vergehen gegen internationales Recht und die Menschenrechte bei [45]."

Beliebte libanesische Sänger nutzen Twitter um bei ihren Fans das Bewusstsein für Gaza zu wecken [46].

Der Schriftsteller und Akademiker Marcelo Svirsky macht sich für seien Gang zu Fuss für BDS von Sydney nach Canberra, eine Distanz von 287 km, auf den Weg. Er wird durch Wohlgesinnte für BDS unter den Mitarbeitern der Universität von Sydney gefeiert [49].

September 2014

Konzerte zur Unterstützung von Gaza mit finanziellen Beiträgen, zu viele um sie hier aufzulisten, finden weltweit statt.

Die Amsterdamer "Spot on Israel" Initiative (welche Theaterliebhabern in Holland das israelische Theater näher bringen soll) schafft es nicht, die holländischen Beziehungen mit Israel mit ihrem Gastauftritt der "ersten Lady des israelischen Habima Theaters" zu normalisieren. Man kann in einem Video sehen, wie mutige Aktivisten angegriffen und dann festgenommen werden weil sie protestiert haben, was die kleine, von staatlichen israelischen Geldern finanzierte Aufführung zum innehalten bringt [47].

Viele Schriftsteller, darunter Junot Díaz und Eliot Weinberger unterzeichnen einem offenen, dem kulturellen Boykott beipflichtenden Brief in dem steht: "Es ist äusserst bedauerlich, dass das Brooklyn Book Festival (Bücher Festival) sich entschieden hat, Finanzierung der israelischen Regierung anzunehmen, nur ein paar Wochen nach dem blutigen 50-tägigen Angriff von Israel auf den Gazastreifen, der über 2100 Palästinensern – darunter 500 Kinder – das Leben kostete, einen Viertel der Bevölkerung vertrieb, Wohnhäuser, Schulen und Spitäler zerstörte und mehrere potentielle Kriegsverbrechen beinhaltete [48].

Der Schweizer Bundesrat wird von über 640 Schweizer Künstlern und Kunstschaffenden aufgerufen, die militärische Zusammenarbeit mit Israel aufzukündigen, darunter auch eine erst kürzlich abgeschlossene Bestellung von Elbit H-900 Militärdrohnen, die in Gaza getestet wurden und die vom Schweizer Geheimdienst eingesetzt werden sollen um die eigene Bevölkerung zu überwachen [50].

Namhafte internationale Künstler spenden ihre Arbeiten in einer Serie bezwingender Poster für Gaza [29].

Oktober 2014

Die Beach Boys nennen keinen Grund, aber sie haben ihren geplanten Auftritt in Israel abgesagt, wie Haa'retz und viele andere Medienhäuser berichten [51].

Israel wählt ganz gezielt internationale Filmfestivals für Imageänderungs-Versuche aus und weist lokalen israelischen Botschaften oft die Aufgabe zu, finanzielle Sponsoren der Festivals zu werden. In Belgien wurde das Brüsseler jüdische Filmfestival von diesem Versuch nicht verschont. Die Gewerkschaft der Progressiven Juden in Belgien (UPJB) protestierte kühn dagegen, indem sie sowohl ihre Mitarbeit, wie auch ihre finanzielle Unterstützung für das Brüsseler jüdische Filmfestival aufkündigte [52].

Der New Yorker Bestseller-Autor Junot Díaz, der einen Pulitzerpreis für seinen Roman 'Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao' und den prestigeträchtigen MacArthur "Genius Grant" erhielt, unterstützt den USA-Kampagne für den akademischen und kulturellen Boykott Israels (USAACBI). Diaz versichert: "Wenn es einen moralischen Bogen zum Universum gibt, dann wird Palästina irgendwann frei sein. Aber dieser versprochene Tag wird nie eintreffen, wenn wir, die Menschen dieser Welt die sich um Gerechtigkeit scheren, nicht bis zum letzten gegen die brutale Braunfäule der israelischen Besatzung ankämpfen [53]."

Der Hip-Hop Superstar Chuck D, der bahnbrechenden Gruppe Public Enemy hat sein Beipflichten zur USA-Kampagne für den akademischen und kulturellen Boykott Israels (USAACBI) ebenfalls signalisiert [53].

Mira Nair bestätigt ihre starke Unterstützung für den kulturellen Boykott indem sie sich in einem offenen Brief mehreren anderen Künstlern anschliesst, welcher das World Music Institute (New York) auffordert, den Israel-Propagandist Idan Raichel nicht aufzuführen [54].

Referenzen

[1] http://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/moddi-cancels-tel-aviv-gig-after-appeal-gaza
[2] http://mondoweiss.net/2014/01/video-checkpoint-jasiri
[3] In der französischen Presse: http://www.lecourrierdelatlas.com/663418022014Titi-Robin-renonce-a-jouer-a-Jerusalem.html
[4] http://www.peoplesbookscoop.org/?page_id=1333
[5] http://www.peoplesbookscoop.org/?page_id=1333
[6] http://www.salon.com/2014/05/01/pink_floyds_roger_waters_and_nick_mason_why_rolling_stones_shouldnt_play_in_israel/
[7] http://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/beyonce-denies-shes-going-israel
[8] http://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/grace-lee-boggs-danny-glover-object-film-screening-tel-aviv
[9] http://www.tikkun.org/tikkundaily/2014/05/29/an-open-letter-from-the-shondes/?utm
[10] http://hyperallergic.com/131497/over-100-artists-and-intellectuals-call-for-withdrawal-from-creative-time-exhibition/
[11] http://www.kadaitcha.com/2014/07/03/talib-kweli-solidarity-with-those-who-live-it-is-a-stronger-statement/
[12] Um 5:22: http://www.youtube.com/watch?v=X4ukBCCyczA#t=244
[13] In Hebräisch: http://www.mako.co.il/music-news/world/Article-5ee5eaf4a3c2741006.htm
[14] http://www.theguardian.com/music/2014/jul/14/neil-young-crazy-horse-israel-concert-gaza-conflict
[15] http://www.salon.com/2014/07/31/tweet_and_delete_on_gaza_celebrity_courage_and_cowardice_over_social_media/
[16] http://www.bdsmovement.net/2014/nobel-celebrities-call-for-military-embargo-12316#sthash.iwrtjr3q.dpuf
[17] http://www.ebony.com/news-views/why-black-people-must-stand-with-palestine-402#axzz37pFwSTIv
[18] http://www.hotpress.com/Sinead-OConnor/news/Sinad-OConnor-I-wont-play-in-Israel/11954250.html
http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/music/reviews/sinead-oconnor-london-roundhouse-gig-review-gaza-robin-williams-its-all-here-from-a-singer-who-refuses-to-skirt-issues-9667054.html
[19] http://electronicintifada.net/blogs/amena-saleem/rock-stars-peter-gabriel-and-bobby-gillespie-urge-arms-embargo-israel
[20] http://electronicintifada.net/blogs/amena-saleem/brian-eno-joins-criticism-bbcs-bias-against-palestinians
[21] http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/music/news/massive-attack-makes-gaza-statement-using-headline-stage-at-longitude-festival-9622836.html
[22] http://electronicintifada.net/blogs/alexander-billet/watch-global-hip-hop-call-israel-boycott
[23] https://storify.com/jvplive/celebrities-speak-out-on-gaza
[24] http://www.hollywoodreporter.com/news/why-young-hollywood-is-more-721353
[25] http://www.buzzfeed.com/miriamberger/selena-gomez-instagrammed-a-picture-in-support-of-palestinia
[26] https://www.youtube.com/watch?v=pxDYiBls99w
[27] http://www.scotsman.com/lifestyle/arts/news/edinburgh-fringe-second-israel-funded-show-pulled-1-3498490
[28] http://www.hollywoodreporter.com/news/penelope-cruz-javier-bardem-denounce-721894?mobile_redirect=false
[29a] https://www.youtube.com/watch?v=jtxSZOtDN3s
[29aa] https://twitter.com/MrPeeZee/status/493480856426512385
[29b] http://www.independent.co.uk/news/people/massive-attack-visit-palestinian-refugees-in-lebanon-all-of-them-have-a-right-to-a-life-of-dignity-and-beauty-9635645.html
[29bb] http://www.timesofisrael.com/promoters-hold-out-hope-for-some-culture-this-summer/
[29] http://www.humaginaire.net/
[30] http://keyhani.blog.lemonde.fr/2014/07/17/iran-asghar-farhadi-et-nassrin-sotoudeh-se-mobilisent-contre-le-massacre-a-gaza/
[31] http://www.ipsc.ie/press-releases/irish-artists-pledge-to-boycott-israel-reaches-500-signatures
[32] http://mondoweiss.net/2014/08/genocide-anoushka-shankar
[32a] http://www.thejc.com/news/uk-news/121157/tricycle-theatre-refuses-host-uk-jewish-film-festival-over-israeli-sponsorship
[32aa] http://www.irishtimes.com/news/ireland/irish-news/irish-director-backs-festival-boycott-over-israeli-sponsorship-1.1890360#.U-QE_lvBMPU.twitter
[33] http://www.independent.co.uk/news/people/russell-brand-calls-for-israel-boycott-comedian-urges-big-businesses-that-facilitate-the-oppression-of-people-in-gaza-to-pull-funding-9668147.html?kdk
[34] http://www.hollywoodreporter.com/news/korean-filmmakers-sign-gaza-petition-723383
[35] http://www.wonderingsound.com/news/lana-del-rey-postpones-tel-aviv-israel-concert/
[36]  http://electronicintifada.net/blogs/jimmy-johnson/fidel-castro-alice-walker-bolivian-president-condemn-israel-join-latin-american
[37] In Norwegisch: http://www.underskrift.no/vis.asp?Kampanje=5192
[38] http://electronicintifada.net/blogs/sarah-irving/musicians-condemn-liverpool-councils-g4s-link-citing-abuse-against-palestinians
[39] https://www.youtube.com/watch?v=rXyoEM5_jAo#t=40
[40] http://mecstatement.wordpress.com/
[41] https://twitter.com/bryanadams/status/501867732875624449
[42] http://english.ahram.org.eg/NewsContent/5/33/108885/Arts--Culture/Music/I-have-the-right-not-to-perform-in-a-country-which.aspx
[43]http://www.screendaily.com/news/ken-loach-calls-for-israel-boycott/5076553.article?blocktitle=LATEST-FILM-NEWS&contentID=40562
[44] http://www.bbc.com/news/uk-england-bristol-28981867
[45] http://news.artnet.com/art-world/artists-call-on-bienal-de-sao-paulo-to-reject-israeli-funds-updated-88974
[46] http://en.bellebeirut.com/behind-beirut/lebanese-singers-tweet-support-gaza/
[47] http://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/video-activists-assaulted-arrested-protesting-israeli-theater-amsterdam
[48] http://adalahny.org/adalah-web-action/1194/open-letter-brooklyn-book-festival-re-israeli-sponsorship
[49] http://mondoweiss.net/2014/10/marcelo-svirskys-palestine
[50] http://www.lecourrier.ch/declaration2014 and http://www.bds-info.ch/index.php/fr/home-fr/158-bds-fr/campagnes/bds-suisse/boycott-culturel-academique/921-640-swiss-artists-demand-that-the-swiss-federal-council-suspend-military-cooperation-with-israel
[51] http://www.haaretz.com/life/music-theater/1.621971
[52] http://www.upjb.be/communiques/article/l-upjb-ne-participera-pas-au-brussels-jewish
and http://www.kadaitcha.com/2014/10/23/international-cultural-venues-encouraged-to-boycott-israeli-government-funding/
[53] http://www.usacbi.org/2014/10/artists-and-intellectuals-including-junot-diaz-chuck-d-and-boots-riley-call-for-boycott-and-divestment-from-israel/
[54] http://adalahny.org/adalah-web-action/1202/open-letter-world-music-institute-do-not-present-idan-raichel

 

Übersetzt aus dem Original von Don’t Play Apartheid Israel (DPAI), 3. Januar 2015: Refrain Playing Israel

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